Zwergkaninchen richtig pflegen und verstehen

 

  Grundsätzlich ist zu sagen, dass Kaninchen eigentlich einen kontinuierlichen Fellwechsel (das sog. Haaren) haben. Dieser macht sich nicht besonders stark bemerkbar.

Richtig auffällige und recht starke Fellwechsel haben Kaninchen im Frühjahr und Herbst. Dieser gestaltet sich von Tier zu Tier unterschiedlich intensiv: Manche Kaninchen wechseln ihr Fell über mehrere Wochen, andere hingegen innerhalb weniger Tage. Zum Teil kann man richtige Büschel entfernen, in dem man es vorsichtig herauszieht. Darunter befindet durchaus schon das neue Fell. Allerdings sind auch kahle Stellen nicht unnormal (so lang sie auf den Fellwechsel zurückzuführen sind); sie sollten allerdings nach ca. 2 Wochen beginnen nachzuwachsen.

Ganz wichtig ist hierbei die Unterstützung des Besitzers: Tägliches Bürsten und auch das sanfte Entfernen von großen Haarmengen sind unerläßlich. Kaninchen putzen sich häufig und sind der Gefahr ausgesetzt eine größere Menge Haare aufzunehmen und abzuschlucken. Da Kaninchen diese nicht erbrechen können, um den Magen zu reinigen, können sich dort Haarballen bilden. Diese verschließen den Magenausgang und können zu einem qualvollen Tod führen - wenn man es nicht frühzeitig erkennt und entsprechend reagiert.

Natürlich ist der Fellwechsel eine Belastung für das Tier. Als verantwortungsbewußter Besitzer sollte man auf eine ausgewogene, artgerechte Ernährung achten - die besonders rohfaserreich sein muss (faser- und ballastreich = optimaler Transport durch den Verdauungskanal). Auch die Vitaminierung sollte stimmig sein.

 

Glücklicher allein oder zu zweit?

Sie können ein Zwergkaninchen einzeln halten, wenn Sie im Laufe des Tages immer mal wieder Zeit finden, sich mit ihm zu beschäftigen. Überdies braucht das Tier genügend Abwechslung und Auslauf, sonst verkümmert es seelisch. Wollen Sie Ihrem Zwergkaninchen etwas Gutes tun, nehmen Sie besser zwei Tiere. Kaninchen lieben das Zusammensein mit ihren Artgenossen, da sie von Natur aus in großen Gruppen (Kolonien) leben.

Mittlerweile werden schon kastrierte männliche Kaninchen angeboten. Diese kann man sehr gut gemeinsam mit einem weiblichen Tier halten. Auch wenn ein älteres Weibchen vorhanden ist, kann man nach einer Eingewöhnungszeit ein kastriertes Männchen hinzugesellen.

Männchen oder Weibchen?

Da die Geschlechtsbestimmung bei einem jungen Kaninchen nicht ganz einfach ist, überläßt man sie am besten dem Zoofachhändler, der sich damit auskennt. Sollten Sie es aber trotzdem selber erkunden wollen, sehen Sie sich die beiden unteren Zeichnungen an:

 

Nehmen Sie das Tier wie in der Zeichnung links auf dem Schoß. Mit zwei Fingern, unter leichtem Druck zum Bauch hin, vorsichtig die Geschlechsöffnung auseinanderziehen.

Beim Weibchen zeigt sich ein feiner, beinah strichartig erscheinender Schlitz, der in Richtung Afteröffnung verläuft. Der Abstand zwischen Geschlechts- und Afteröffnung ist beim Weibchen deutlich geringer als beim Männchen.

Beim Männchen ist die Geschlechtsöffnung mit den rechts und links sitzenden Hoden rund.

Der geeignete Standort für den Käfig

Der Käfig darf in irgendwo in der Wohnung aufgestellt werden. Es sollte ein ruhiges Zimmer sein. Lauter Lärm sollte man genauso vermeiden wie Zugluft. Beides belastet das Kaninchen sehr und empfinden dies als schmerzhaft. In gemäßigter Raumtemperatur weit weg von Heizkörper aufstellen. Im sommer darauf achten, daß die Sonne nicht in den Käfig scheint. In dunklen Räumen tagsüber Kunstlicht einschalten. Der Lebensrhytmus der Kaninchen wird vom Licht beeinflußt, zu lange Dunkelheit macht sie lethargisch.

Die Käfigausstattung

Bringen Sie Ihren neuerworbenes Zwergkaninchen sofort nach Hause und setzen Sie es in den Käfig, der folgendermaßen ausgestattet sein soll:

- Eine dicke Schicht Einstreu

- Zimmerwarmes Wasser in einer Nippeltränke

- Frisches Heu in der Raufe

- Für den ersten Hunger grobe Haferflocken, Körnermischfutter, ein Viertel Apfel und etwas Petersilie im Futternapf

 

Eine Heuraufe gehört in jeden Zwergkaninchenkäfig wie der Futternapf. Kaninchen lieben frisches Heu.

In einer Nippeltränke bleibt das Trinkwasser sauber. Diese Selbsttränkeflaschen haben sich bewährt. Das Trinkwasser ist sehr wichtig und sollte immer gefüllt sein. Auch sollte man das Wasser täglich wechseln. Wenn man seinem Kaninchen etwas Gutes tun möchte, kann man Vitamintropfen in dem Trinkwasser beifügen.

Bitte verwenden Sie keine Schalen, da sich hier das Wasser schnell verunreinigt

 
Das Freigehege im Garten
Während der warmen Jahreszeit ist der Garten für jedes Zwerkaninchen ein idealer Aufenthaltsort. Da man meist dort das Tier nicht dauernd beaufsichtigen kann, gibt es auch hierfür eine ideale Lösung:
Freigehege in verschiedenster Art und Größe finden Sie in BURDA´S TIERWELT.
Kaninchen richtig hochnehmen

 

Das Zwergkaninchen fest und sicher hinter den Schulterblättern am Rückenfell fassen, hochnehmen und zugleich mit der anderen Handabstützen (Siehe Zeichnung oben links)

Richtig tragen: Eine Hand in den Nacken legen, damit man sofort zugreifen kann, wenn das Zwergkaninchen zappelt oder herunterspringen will (siehe Zeichnung oben rechts)

Krallen schneiden
Wenn das Kaninchen nur wenig scharren kann, nützen sich seine Krallen nicht auf natürliche Weise ab, sondern wachsen bogenförmig nach innen und behindern das Tier beim Laufen. Die Krallen müssen dann gekürzt werden. Beim Krallenschneiden sollte man unbedingt auf einige Sachen achten:

Am besten zu zweit arbeiten. Einer hält und streichelt das Kaninchen, der andere schneidet.

Beim Schneiden die Pfote des Kaninchen sanft, abersicher festhalten und die Haare etwas beiseiteschieben. Kaninchen haben fünf Krallen, eine davon ist eswas seitwärts. Die Hinterpfoten besitzen vier Krallen.

Das Horn darf nicht splitten. Zum Schneiden unbedingt eine Spezialzange benutzen (siehe Zeichnung links). Sie bekommen sie in BURDA´S TIERWELT.

Blutgefäße, die zusammen mit den Nervenenden innerhalb der Krallen verlaufen, dürfen nicht verlezt werden. Die Krallen am besten gegen Licht (Taschenlampe) halten, so kann man besser die Blutgefäße sehen. Vorsichtshalber nicht zu stark kürzen

 

Weitere Informationen

 

Buschgrundstraße 29   -   45894 Gelsenkirchen   -   Telefon: 02 09 / 3 05 45   -   Fax 02 09 / 39 42 75